Kempten und Oberallgäu begrüßen die CO2-Kompensations-Initiative des Biomassehofes

Reduktion von Klimagasen

Die Reduktion klimaschädlicher Gase betrifft uns alle. Wer jedoch nicht reduzieren kann, hat die Möglichkeit der Kompensation.

Die Biomassehof Allgäu eG stellte am 8. August 2018 ihr Regionalkonzept zu CO2-Kompensation der Stadt Kempten und dem Landkreis Oberallgäu vor. Neben Vertretern der Klimaschutzabteilungen und Regionalförderung Oberallgäu waren der Oberbürgermeister von Kempten, Herr Thomas Kiechle, und der Landrat Anton Klotz aus dem Oberallgäu überzeugt von der Idee, Klimaschutz mit Regionalförderung zu verknüpfen.

 

Wie ist das Konzept aufgebaut?

Das Kohlendioxid aus der Atmosphäre wird durch Pflanzen in Kohlenstoff umgewandelt. Dieser, in Pflanzen gebundene Kohlenstoff, kann in sogenannte Pflanzenkohle veredelt werden. Durch die Verkohlung wird der Kohlenstoff bis zu 1.000 Jahren in der Pflanzenkohle gebunden. Die Pflanzenkohle hat in der Landwirtschaft vielfältige Anwendungsmöglichkeiten:

  • Steigerung des Tierwohls: Durch die Zufütterung kann der Medikamenten- und Antibiotikaeinsatz stark reduziert werden und die Qualität von Fleisch oder der Milch steigt.
  • Stallhygiene: Wird Pflanzenkohle weiterhin in der Stalleinstreu verwendet, wird der Stall trockener und Ausgasungen von klimaschädlichen Gasen, wie Ammoniak und Lachgas werden verringert.
  • Güllezugabe: Als Zugabe in die Gülle bindet Pflanzenkohle Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphat oder Kalium; durch die Bindung der Nährstoffe reduziert sich die Ausgasung erheblich und die Gülle stinkt nicht mehr, auch nicht während der Ausbringung. Die in der Gülle gebundenen Nährstoffe können durch Regen nicht ausgewaschen werden, sind aber für Pflanzen verfügbar. Konsequenterweise reduzieren sich die Nitratbelastungen der Böden und des Grundwassers. Nitrat und Ammoniak entstehen aus Stickstoffverbindungen in der Gülle.

Landrat Anton Klotz

Landrat Anton Klotz (oben) und Oberbürgermeister Thomas Kiechle (unten) sind begeistert von der Idee, Klimaschutz, Umweltschutz und Regionalförderung über das CO2-Plus Zertifikatprogramm des Biomassehofes zu einen.

Über den Handel von CO2-Plus Zertifikaten bietet die Biomassehof Allgäu eG Firmen, Kommunen und Privatpersonen die Möglichkeit, bereits emittiertes CO2 zu kompensieren. Dazu können Zertifikate bestellt werden, die zwei Funktionen zeitgleich erfüllen: Einlagerung von Kohlendioxid in Form von Kohlenstoff in der Region sowie regionaler Tier- und Umweltschutz.

Das CO2-Plus Zertifikat der Biomassehof Allgäu eG ist einmalig in Deutschland: Die Kompensation von CO2 findet vor Ort statt und kann zu 100% nachvollzogen werden. Zeitgleich zur Kohlenstoffeinlagerung wird die Region und eine nachhaltige Landwirtschaft gefördert. Der Einsatz der Pflanzenkohle bietet Antworten auf die großen Fragen dieses Sommers.

  • Wie Umgehen mit der Dürre? Pflanzenkohle bindet Wasser und trägt zum Humusaufbau bei – mehr Humus bedeutet weniger Stress für Pflanzen in Trockenzeiten.
  • Wie Umgehen mit den Nitratbelastungen im Grundwasser? Durch Pflanzenkohle wird Stickstoff gebunden und weniger Nitrat kann entstehen.
  • Wie umgehen mit steigendem Einsatz von Antibiotika und Medikamenten? Durch Pflanzenkohle können auf natürlichem Wege Krankheiten behandelt werden oder sie entstehen gar nicht.
  • Wie umgehen mit Glyphosat? Pflanzenkohle ist bekannt für seine Eigenschaft zu entgiften. Auch Glyphosat wird hierbei den Tieren entzogen.
  • Wie umgehen mit der Geruchsbelastung durch Gülle – vor allem in den Tourismusgebieten? Durch Güllebehandlung mit Pflanzenkohle geht diese drastisch zurück.

So kann durch den Erwerb von CO2-Plus Zertifikaten dreierlei erreicht werden:

  1. Einlagerung von Kohlenstoff, also Klimaschutz
  2. Förderung der Landwirtschaft in Kombination mit Umweltschutz und
  3. Förderung des Tourismus durch Geruchsminderung aus der Landwirtschaft

 

Sowohl die Stadt Kempten, als auch der Landkreis Oberallgäu begrüßen die Initiative der Biomassehof Allgäu eG und prüfen den Erwerb von CO2-Plus Zertifikaten zur Erreichung der Klimaschutzziele.


 

Jede Person oder jede Firma kann beim Biomassehof CO2-Plus Zertifikate bestellen. Tatsächlich können wir nur so viele Zertifikate verkaufen, wie wir tatsächlich CO2 über den konkreten Einsatz von Pflanzenkohle in der Landwirtschaft langfristig kompensieren. So garantieren wir auch Regionalität und Transparenz.

  • Die langfristige Einbindung von CO2 kann nur erfolgen, wenn Landwirte an unserem CO2-Einlagerungsprogramm teilnehmen und dadurch registrierte "Klimalandwirte" werden.
  • Diese erhalten einen vom Zertifikat finanzierten Klimaschutzbeitrag in Höhe von 100,- € pro gekaufter Tonne Pflanzenkohle und nach Vorgaben des Biomassehofes. Zusätzlich erhalten sie kostenlose Beratung zum Einsatz von Pflanzenkohle.

Haben Sie Interesse an unserem CO2-Plus Zertifikathandel?

Kontakt

Dr. Stefan Thiemann, Pflanzenkohleexperte
Telefon: 08 31/540 273-116
Telefax: 08 31/540 273-120
Email: stefan.thiemann@biomassehof.de