Pflanzenkohle – technisch im "Zeitraffer" hergestellte "Biokohle"

Pflanzenkohle besteht aus Biomasse wie Grünschnitt, Hackschnitzel oder Getreidespelzen, die in Pyrolyseanlagen unter Ausschluss von Sauerstoff mit hohen Temperaturen verkohlt wurde.
  • Der Ausdruck "Pflanzenkohle" kommt ursprünglich vom englischen „Biochar“. Dadurch wird Pflanzenkohle häufig mit "Biokohle" übersetzt. Doch Pflanzenkohle hat wenig mit "klassischer Kohle" zu tun.
  • Braun- oder Steinkohle entstand, als extrem große Mengen abgestorbener Biomasse (also die ehemaligen Urwälder aus dem Karbon Erdzeitalter) mit Materialien (Gesteins- und Bodensedimenten) überdeckt wurden und dann ohne Sauerstoff und hohem Druck (durch alles was oben auflag) "verkohlte". Das dauerte Millionen Jahre.
  • Heute können wir diesen Prozess künstlich nachahmen. In einer technischen Anlage zur pyrolytischen Verkohlung wird Biomasse eingeführt. Diese erhitzt sich in einem Bioreaktor ohne Sauerstoff und verkohlt bei Temperaturen zwischen 350 und 800 °C. Was früher Millionen Jahre dauerte, wird heute innerhalb einer halben Stunde geschaffen: Die Umwandlung von Kohlenstoff aus Biomasse in Pflanzenkohle!

So entsteht Pflanzenkohle: Verkohlung von Biomasse in einer Karbonisierungsanlage. (Quelle: Bayerischer Rundfunk "Unser Land")

Wie wird mit Pflanzenkohle Ihr CO2-Ausstoß kompensiert?

Bei der Herstellung einer Tonne Pflanzenkohle werden der Atmosphäre ca. 3,6 Tonnen CO2 entzogen. Mit dem CO2-Plus Zertifikat, unterstützen Sie Landwirte dabei die Pflanzenkohle als Futterzusatz, Stalleinstreu oder als Güllezugabe einzusetzen. Bei allen Einsätzen landet sie immer auf Wiesen und Äckern. Dort bleibt das in der Pflanzenkohle gebundene CO2 dauerhaft als Kohlenstoff eingelagert.

Mit dem CO2- Plus Zertifikat lagern Sie "Ihr" kompensiertes CO2 1.000 Jahre ein!

Wie lange hält nun die von Ihrem Zertifikat geförderte Pflanzenkohle, die die Landwirte auf den Feldern ausbringen? Das CO2- Plus Zertifikat fördert nur den Einsatz pyrolytisch hergestellter Pflanzenkohle. Diese „zerfällt“ frühestens nach 1.000 Jahren. Solange bleibt auch Ihr kompensiertes CO2 mindestens gebunden!
  • Pflanzenkohle ist nicht Pflanzenkohle! Sie kann auf zwei Arten hergestellt werden: Entweder durch Pyrolyse. Oder bei geringeren Verkohlungstemperaturen und hohem Wassergehalt durch hydro-thermale Karbonisierung (HTC). Während Pflanzenkohle aus dem HTC-Verfahren nach wenigen Jahren zerfällt, hat pyrolytische Pflanzenkohle eine Halbwertszeit von rund 1.000 Jahren!