Seit diesem Jahr produziert der Biomassehof Wandelemente für Massivholzhäuser. Doch ist ein Holzhaus auch eine Kapitalanlage? Oder so wertbeständig, dass es kinder- und enkeltauglich ist? Peter Schweinberg war 2014 bei seinem Hausbauprojekt skeptisch. Der Geschäftsführer erklärt, warum er mit Ziegel baute. Hätte er damals das Massivholzhaus gekannt, wäre es für ihn eine Alternative gewesen.

 

Herr Schweinberg, Sie haben vor ein paar Jahre Ihr Haus gebaut. Warum nicht aus Holz?

"Ich bin eigentlich losgezogen, um ein Holzhaus zu bauen. Ich wollte aber immer auch eine Kapitalanlage haben. Mein Bauträger, der auch Holzhäuser baut, riet davon ab. Er sagte mir, dass der Wiederverkauf von Holzständerbau schwieriger sei, weil die Leute Bedenken hätten, dass da irgendwelche Sachen drin sind. Auch ein Freund, der eine große und erfolgreiche Immobilienfirma betreibt, hat gesagt: 'Wenn Du später mal verkaufen willst, bau mal vorsichtshalber mit Ziegel.' Am Ständer- und Rahmenbau hat mich selbst auch die Folie gestört. Die macht ja die sogenannte Diffusionsoffenheit wieder zu."

Warum haben Sie dann kein Massivholzhaus gebaut?

"Ich kannte das MHM Massivholzhaus schlicht und ergreifend nicht. Als der Biomassehof neue Geschäftsfelder suchte, zeigte mir unser Vorstandskollege Peter Fickler sein Wohn- und Bürogebäude, das er in MHM-Bauweise errichtete. Ich war sofort begeistert und habe mir gedacht: 'Das hätte damals auch eine Alternative für Dein Haus sein können'."

Wieso?

"Die Massivholzmauer ist genial einfach. Kein komplexer und undurchsichtiger Verbundaufbau mir Leim, Folien und Chemie. Nur reines Holz, das mit Alurillenstifte mechanisch verbunden ist. Sonst nichts. Das ist zu hundert Prozent ökologisch und gesund, auch weil die Vollholzwand dämmt und atmet."

Woran liegt es, dass MHM – Holzbau noch zu wenig bekannt ist?

"Den Holzrahmen- und Ständerbau gibt es schon länger. Wie beim verleimten Brettsperrholzbau steckt eine riesen Lobby dahinter. Es gibt einfach noch zu wenig Zimmerer, die MHM vor Ort anbieten. Dabei wären gerade für sie die Geschäftschancen enorm."

Wo sehen Sie hier Marktpotenziale?

"Ein Massivholzhaus ist schnell errichtet, weil die Massivholzwände millimetergenau vorgefertigt sind. So benötigen Zimmereien nur noch wenige Arbeitskräfte. Da alle Leitungsschlitze und Einbauöffnungen für die Elektro- und Sanitärinstallation schon eingefrässt sind, können sie das perfekte Ausbauhaus errichten. Das ist gerade in ländlichen Regionen sehr attraktiv. Die Vollholzwände dämmen zudem sehr gut. So ist schon mit weniger Dämmstoff ein Niedrigenergie- oder Passivhausstandard möglich."

Was garantiert Bauherren bei der MHM-Bauweise die Wertbeständigkeit?

"Einfach die Bausubstanz. Bei Ziegel klopfen Sie auf solides Mauerwerk. Bei der Massivholzmauer auf reines Holz. Holzhäuser haben Jahrhunderte überdauert. Sie wurden auch nicht mit irgendeinem Verbund- und Fremdmaterial verarbeitet, bei dem man vielleicht Jahre später feststellen muss, dass es dann doch nicht so optimal ist. Reines Holz ist also ein gewichtiges Argument, wenn Sie Ihr Haus mal wieder verkaufen wollen. Und sicher auch die damit verbundene Wohnqualität."

Das Interview mit dem Geschäftsführer der "R3 Massivholzbau GmbH" und Vorstand der "Biomassehof Allgäu eG" Peter Schweinberg führte am 5.02.2018 Dipl.Volkswirt Gerald Härtlein.

Wertbeständigkeit durch Bausubstanz. Ein Massivholzhaus besteht zu 100 Prozent aus Holz. Die individuell maßgefertigten MHM Massivholzwände, die die Biomassehof Tochtergesellschaft "R3 Massivholzbau GmbH" herstellt, werden in zwei Tagen zum Holzhaus zusammengesetzt.

"Bei der Massivholzmauer klopfen Sie nur auf Holz. Sie wurde nicht mit irgendwelchem Verbund- und Fremdmaterial verarbeitet, bei dem man vielleicht Jahre später feststellen muss, dass es dann doch nicht so optimal ist. Reines Holz ist ein gewichtiges Argument, wenn Sie Ihr Haus mal wieder verkaufen wollen." Peter Schweinberg