Für eine bessere Klimabilanz: Kommunen können auch ihren unvermeidbaren CO2- Ausstoß wieder ausgleichen. So wie die Gemeinde Altusried.

Lieber Gemeinderat, liebe Gemeinderätin,

wie können Sie die Klimabilanz Ihrer Kommune verbessern? Zum einen: Mit Maßnahmen zum Klimaschutz CO2 vermeiden, wo es nur geht. Zum anderen: Wo dies nicht geht, den nicht vermeidbaren CO2- Ausstoß wieder rückgängig machen und wirksam ausgleichen. Diese "Klimakompensation" geschieht mit einem CO2- Plus Zertifikat vom Biomassehof Allgäu auch lokal vor Ort. Die Gemeinde Altusried geht hier voran. Und punktet dabei nicht nur beim kommunalen Klimaschutz.

Ist der Fuhrpark des Bauhofs wirklich ein "Nadelöhr" beim kommunalen Klimaschutz?

Seit 2015 beteiligt sich Altusried am "European Energy Award" und ist hierbei bereits als eine vorbildliche Gemeinde für nachhaltige Energie- und Klimaschutzpolitik ausgezeichnet. Doch die Ambitionen sich im Klimaschutz noch weiter zu verbessern sind groß. Was passiert nun in diesen Bereichen, in denen sich Klimaschutz nicht oder kaum durchführen lässt?

Bürgermeister Joachim Konrad bringt es beim Fuhrpark des Bauhofs auf den Punkt:

"Wir versuchen in vielen Bereichen CO2 zu vermeiden, zuletzt durch die Anschaffung eines Elektroautos für die Verwaltung. Aber dort wo das nicht möglich ist, versuchen wir auszugleichen. Und beim Bauhof kann man den CO2 Ausstoß nicht verhindern. Einen Unimog der viel Kraft braucht, kann ich nicht ohne weiteres auf einen E-Antrieb umstellen."

(Quelle: Allgäuer Zeitung vom 28.03.2019. Mit freundlicher Genehmigung können Sie den Artikel hier einsehen.)

Der unvermeidliche CO2- Ausstoß der Bauhof-Fahrzeuge wird nun ganz einfach kompensiert!

Konkret pustet der Fuhrpark des Bauhofes jährlich etwa 73 Tonnen klimaschädliches CO2 in die Luft. Um auch diese unvermeidlichen Emissionen zu kompensieren, erwarb die Gemeinde Altusried vom Biomassehof Allgäu für 3270 Euro ein CO2– Plus Zertifikat. Dieses gleicht nun die jährliche CO2-Belastung des Fuhrparks wieder aus.

Wie funktioniert kommunale Klimakompensation mit einem CO2-Plus Zertifikat?

Das von der Gemeinde eingesetzte CO2- Plus Zertifikat unterstützt Landwirte dabei eine exakt vorbestimmte Menge an Pflanzenkohle als Stalleinstreu, Futtermittel oder Güllebeigabe einzusetzen. Pflanzenkohle besteht aus verkohlter Biomasse wie Grünschnitt, Hackschnitzel oder Getreidespelzen.

Die Herstellung der "Biokohle" entzieht der Umwelt wiederum so viel CO2 um eben den CO2- Ausstoß der Kommune wieder wettzumachen und auszugleichen!

 

Bringen die Landwirte die Pflanzenkohle auf ihre Wiesen und Felder aus, bleibt dort das in der Pflanzenkohle gebundene CO2 mindestens 1000 Jahre als Kohlenstoff in Böden eingelagert.

Wie ermittelt sich der Kompensationswert eines CO2- Plus Zertifikats?

  • Ein CO2- Plus Zertifikat für 45 Euro garantiert, dass Landwirte 280 Kilogramm Pflanzenkohle einsetzen.
  • Deren Herstellung enzieht aus der Atmosphäre eine Tonne CO2 und bindet diese dauerhaft.
  • Im konkreten Modellprojekt der Altusrieder Bauhof-Fahrzeuge sind entsprechend im Jahr 73 Tonnen CO2 auszugleichen.
  • Das geht mit einem Zertifikat im Wert von 45 Euro pro Tonne kompensiertes CO2 x 73 Tonnen kompensiertes CO2 = 3270 Euro.

Warum soll eine Kommune ihre Klimakompensation nicht auch Vorort bewerkstelligen?

"Ein Pluspunkt des CO2- Plus Zertifikats ist, dass das Geld, das Gemeinden für Klimakompensation investieren, nicht irgendwohin in weit entfernte gelegene Klimaschutzprojekte wegfließt. Da das Zertifikat Landwirte fördert, Pflanzenkohle in der Region einzusetzen, geschieht die Kompensation auch regional und mit etwas Überzeugung sogar in der eigenen Gemeinde. Das bringt wiederum weitere Vorteile", weiß Dr. Stefan Thiemann vom Biomassehof Allgäu.

Entsprechend denkt man in Altusried daran, vor Ort Landwirte zu gewinnen. So ist nun eine Informationsveranstaltung geplant.

Dr. Stefan Thiemann
(+49) 831-540273-116

"Altusried ist ein schönes Modellprojekt für eine kommunale Klimakompensation, die da sinnvoll ist, wo sich CO2 nicht vermeiden lässt. Wir sind gespannt, welche Kommune als nächste mitzieht!"

Modellprojekt für den kommunalen Klimaschutz gerade im ländlichen Bayern?

Die kommunale Klimakompensation mithilfe von Pflanzenkohle in der Landwirtschaft bietet sich vor allem bei ländlichen Gemeinden im Allgäu und in Bayern an. Der Einsatz von Pflanzenkohle bringt den Landwirten erhebliche Vorteile. Die Gemeinden profitieren aber nicht nur von Klimakompensation: Als Güllezusatz mindert Pflanzenkohle spürbar die Geruchsbelästigung. Zudem sinkt so auch die Nitratbelastung der Gewässer.

Vorteile eines CO2- Plus Zertifikats

  • Kommunaler Klimaschutz durch eine Klimakompensation, die Vorort geschieht.
  • lokale Geruchsverminderung und regionaler Gewässerschutz.
  • Förderung einer nachhaltigeren Landwirtschaft.
Kommunale Klimakompensation nicht "irgendwo", sondern Vorort. Der Einsatz von Pflanzenkohle kompensiert nicht nur CO2. Als Güllekohle in der Landwirtschaft ausgebracht, bewirkt Pflanzenkohle eine spürbare Geruchsverringerung und eine sinkende Nitratbelastung der Gewässer.

Haben Sie Fragen? Rufen Sie an!
Dr. Stefan Thiemann
(+49) 831-540273-116