Lohnt sich Pflanzenkohle? Landwirt Armin Högenauer hat es versucht und dokumentiert. Er setzte Pflanzenkohle als Futterkohle bei seinen Kühen ein. Die ersten Ergebnisse verblüffen: Schon nach einem Jahr sanken in seinem Stall die Euterentzündungen seiner Kühe um deutlich mehr als die Hälfte. Als guter Landwirt hat er nun genau Kosten und Erträge gegengerechnet. Und festgestellt: Pflanzenkohle zahlt sich aus!

 

Neuestes von unserem Versuchshof: Mit Pflanzenkohle erheblich weniger Euterentzündungen!

Armin Högenauer ist kein Ökolandwirt. Er führt einen konventionellen Milchwirtschaftsbetrieb mit 75 Milchkühen, die er nun regelmäßig mit Pflanzenkohle beifütterte. Trotz eines Melkroboters, der die Euter desinfiziert und einer vorbildlichen Stallhygiene hatte er im Jahr vor dem Einsatz von Pflanzenkohle noch 12 Fälle, bei denen Euterentzündungen (Mastitis) auftraten. Seit er Pflanzenkohle bei der Fütterung seiner Kühle verwendet, sind in 12 Monaten die Euterentzündungen auf 4 Fälle gesunken. Also ein markanter Rückgang um 66 Prozent.

Der Einsatz von Pflanzenkohle rechnete sich!

Was brachte nun Armin Högenauer konkret der Einsatz von Pflanzenkohle? Der Landwirt hat nun für den Futterkohleneinsatz bei seinen 75 Milchkühen genau die jährlichen Kosten und Erträge gegenübergestellt:

 

  Kosten durch den Futtereinsatz von Pflanzenkohle (rund 2.500 €)

  • 75 Milchkühe bekommen 100 gr. Pflanzenkohle pro Tag bei 20 effektiven Fütterungstagen im Monat (Intervall: 10 Tage Fütterung, 5 Tage Pause, 10 Tage Fütterung, 5 Tage Pause).

  • Bei einer Fütterung über 12 Monate werden somit 2.400 kg Pflanzenkohle benötigt (75 Kühe x 0,1 kg x 20 Fütterungstage x 12 Monate).

  • Dies entspricht rund 2.304,- € netto, oder 2.736,- € brutto für den Einkauf von Pflanzenkohle aus Heilkräuter.

 

 

  Kostenersparnis und Ertrag durch den Rückgang der Euterentzündungen (rund 3.000 €)

  • Hochrechnungen ergeben, dass eine subklinische Mastitis rund 250 € pro Laktation kostet und schätzen die Behandlungskosten einer akute Mastitis auf rund 500 €. Wir gehen im Durchschnitt von 375 € pro Krankheitsfall aus.

  • 12 Fälle (ohne Pflanzenkohlefütterung) kosteten somit: 12 x 375 € = 4.500 € pro Jahr

  • 4 Mastitis Fälle (nach der Pflanzenkohlefütterung) kosteten dagegen : 4 x 375 € = 1.500 € pro Jahr

  • Das macht eine Kostenersparnis durch den Rückgang der Mastitis von rund 3.000 € pro Jahr. Diese ist somit höher, als die Kosten für den Einkauf der Pflanzenkohle!

  • Weitere Kostenersparnisse durch Rückgang von Durchfällen, Klauenprobleme oder Zellzahlen wurden dabei noch gar nicht berücksichtigt!

 

Wie beugt die Zufütterung von Pflanzenkohle eine Euterentzündung vor?

"Sie tun nicht nur Ihrem Geldbeutel was Gutes, sondern auch Ihren Tieren. Als Futterkohle kräftigt Pflanzenkohle die Gesundheit Ihrer Kühe. Ihr Milchvieh wird widerstandsfähiger gegen die Erreger, die Euterentzündungen auslösen und kann diese auf natürliche Weise bekämpfen. Gesündere Milchkühe haben einfach stärkere Abwehrkräfte. " Stefan Thiemann

Was bewirkte wohl den erstaunlichen Rückgang der Entzündungsfälle? Für Pflanzenkohlenexperte Dr. Stefan Thiemann ist der Zusammenhang klar: "Die Gesundheit von Milchkühen wird sehr häufig durch verunreinigtes Futter beeinträchtigt. Das lässt sich in der Praxis nie ganz vermeiden. Manchmal ist das Futter schimmlig oder es komme da schon mal Tiere rein. Gesundheitlich angeschlagene Milchkühe sind anfälliger. Pflanzenkohle bindet im Körper die bei der Fütterung aufgenommenen Giftstoffe. Es saugt sie auf wie ein Schwamm und sie werden dann einfach ausgeschieden. Bei unserem Versuchshof sah man schon nach kurzer Zeit, dass mit Pflanzenkohle in der Fütterung der Kuhdung fester wurde, weniger intensiv roch und auch keine Durchfallerkrankungen mehr auftraten. Verbessert sich der gesundheitliche Allgemeinzustand der Kühe, werden sie einfach widerstandsfähiger gegen die Erreger, die eine Euterentzündung auslösen. Gesündere Milchkühe haben einfach stärkere Abwehrkräfte."

Was ist und wie entsteht eine Euterentzündung?

Typische Anzeichen einer Euterentzündung sind Schwellungen und Rötungen, Erwärmung der Euter, Schmerzen und Funktionsstörung. So kommt es neben diesen Symptomen auch zur Erhöhung der Zellzahlen und zum Versiegen der Milchbildung.

Entwickelt sich aus einer zunächst leichten Euterentzündung eine übermäßige Entzündungsreaktion, kann das fatale Folgen haben. Dringen nämlich Erreger in das Euter ein, sorgt insbesondere die fehlende Abwehrkraft der Kuh dafür, dass diese sich massenhaft vermehren: "Besonders schädigend sind die sogenannten Bakterien-Toxine, die als Stoffwechselprodukte der Erreger entstehen oder aus deren Zellwänden frei werden, wenn sie absterben. Diese Gifte schädigen das Eutergewebe und führen zu einer Mastitis. Eine leichte Entzündung ist (zunächst) als Schutzmechanismus zu sehen. Dagegen führt eine übermäßige Entzündungsreaktion zu einem Leistungsverlust und eventuell zu bleibenden Gewebeschäden im Euter." (Quelle: Ubrocare, mehr zu den möglichen Mastitiserregern finden Sie hier)

Eine schnelle Behandlung der Euterentzündung ist daher sehr wichtig. Besser ist es jedoch, durch vorbeugende Maßnahmen das Aufkommen von Euterentzündungen zu verhindern.

Euterentzündungen gehen ganz schön an den Geldbeutel

Nicht nur verdichtete Haltungsbedingungen machen Euterentzündungen zur "Kuhkrankheit Nummer 1": "Die moderne Zucht auf Maschinentauglichkeit und Leichtmelkigkeit hat dazu geführt, dass Zitzen und damit auch Strichkanäle ... immer kürzer und die Schliessmuskeln immer schwächer geworden sind. Mit dieser Zucht wurde den Erregern im wahrsten Sinne des Wortes Tür und Tor geöffnet."

Doch Euterentzündungen in Form einer subklinischen oder akuten Mastitis belasten nicht nur langfristig und durchaus dauerhaft die Kühe. Die wirtschaftlichen Einbußen von Euterentzündungen in den Milchviehherden deutsche Landwirte belaufen sich jährlich auf mehrere Millionen Euro.

Es fallen nicht nur Tierarztkosten und Kosten für Medikamente oder Antibiotika an. Auch die Mehrarbeit im Stall zur Trennung der kranken Tiere von der Herde und deren Behandlung sowie der Ausfall der nicht verkaufbaren Milch der kranken Tiere mindern emfindlich den Ertrag.

Pflanzenkohle erspart Langzeitbehandlungen bei Antibiotikaresistenz

Doch häufig bleibt es nicht bei einmaligen Ausgaben für Medikamente. Schon längere Zeit beklagen wissenschaftliche Studien und kritische Tierärzte, dass sich die Heilungsraten von Antibiotika verschlechtert haben. Sie sollen teilweise nur noch zwischen 16 und 30 Prozent liegen.

Man mag diese Zahlen bezweifeln. Doch selbst renommierte Pharmaanbieter räumen mittlerweile ein, dass übliche Antibiotikabehandlungen zunehmend an ihre Grenzen stoßen: „Die Rahmenbedingungen der Mastitisbekämpfung <werden> künftig noch anspruchsvoller, denn als Reaktion auf das zunehmende Auftreten resistenter Krankheitserreger streben Neuregelungen der EU eine deutliche Reduktion des Einsatzes von Antibiotika in der Tierhaltung an. Die Mastitis kann und muss daher künftig durch eine optimale Vorbeugung vermieden werden, um auch weiterhin zufriedenstellende Betriebsergebnisse zu erreichen.“ (Quelle: Ubrocare)

Ein nachdrückliches Argument bei seinen Kühen neben weiteren Vorbeugemaßnahmen auch Pflanzenkohle bei der Fütterung einzusetzen.

 

Als Stalleinstreu reduziert Pflanzenkohle zudem "umweltassoziierte Mastitiserreger"

"Im Verlauf der letzten Jahre zeigt sich ein deutlicher Wandel hinsichtlich der am Mastitisgeschehen in Milchviehbetrieben beteiligten Keime." (Quelle: Deutscher Verband für Leistungs- und Qualitätsprüfungen e.V.)

Immer häufiger werden Euterentzündungen durch sogenannte "umweltassoziierte" Erreger und Zitzenhautbesiedler ausgelöst. Diese stammen aus dem Umfeld der Tiere (Boxeneinstreu, Laufflächen etc.) und werden vor allem in den Ställen übertragen. Auch diese Umweltkeime rufen hauptsächlich bei abwehrschwachen Tieren Euterentzündungen hervor.

Gute Stallhygiene und Haltungsbedingungen beugen Mastitiden vor. Verwendet man Pflanzenkohle auch als Stalleinstreu, wird das Keimmilieu buchstäblich "trockengelegt" und der Keimdruck gesenkt.

Als Stalleinstreu saugt die extrem feinporige und alkalische Pflanzenkohle die flüssigen Ausscheidungen wie ein Schwamm auf: Somit entzieht sie aktiv Bakterien und Keimen die Lebensgrundlage. Ohne Urin fehlt diesen im kohlenstoffreichen Kot wesentliche Nährstoffe wie Stickstoff und Phosphor, um sich explosionsartig zu vermehren.

 

So kann Pflanzenkohle dabei helfen Euterentzündung vorzubeugen

Bei einer Kaskadennutzung beugt der Einsatz von Pflanzenkohle also auf zwei Wege möglichen Euterentzündungen vor:

Doch was war nun im konkreten Beispiel ausschlaggebend? "Bei unserem Versuchhof haben wir die beiden Einflussfaktoren klar getrennt. Wir verwenden Pflanzenkohle als Stalleinstreu nur bei den Kälber. Bei den Milchkühen haben wir Pflanzenkohle konsequent als Futterkohle eingesetzt. Der deutliche Rückgang der Euterentzündungen ist wohl darauf zurückzuführen. Ich beantworte dazu gerne Ihre Fragen und bin auch telefonisch erreichbar", so Dr. Stefan Thiemann.

 

Als Futterzusatz bindet Pflanzenkohle bei Kühen die mit der Fütterung aufgenommenen Giftstoffe. Sie werden dann einfach ausgeschieden. Pflanzenkohle ist extrem feinporig und saugfähig. Ein Gramm kann bis zu 500 m² Oberfläche haben (Foto: Porenstruktur von Pflanzenkohle im Mikroskop).