Nachhaltige Energie aus regionalen Holzreststoffen

Energieerzeugung im Wandel
Pellets – vor 20 Jahren noch nahezu unbekannt, erfreut sich die nachhaltige Alternative aus Holzabfällen bei der Energieerzeugung zunehmender Beliebtheit. Sowohl im privaten als auch gewerblichen Bereich löst es Öl, Gas und Holz als Heizmittel ab. Allein der Biomassehof Allgäu verkauft jährlich 70.000 Tonnen des CO2-neutralen Brennstoffs, der fast ausschließlich aus Sägespänen besteht. Veröffentlicht am 13.09.2021

Aus der Region. Für die Region.                                                                  
Bis 2045 will Deutschland klimaneutral sein, die EU soll fünf Jahre später folgen. Hehre Ziele, die nur dann erreicht werden können, wenn Staaten, Unternehmen und Privatpersonen an einem Strang ziehen. Zumindest was das Heizen anbelangt, ist mit Pellets eine klimaschonende, zukunftsfähige Lösung gefunden.
Detlef Garthen vom Biomassehof Allgäu erlebt den Wandel von Gas- oder Öl hinzu Pelletsheizungen aus nächster Nähe mit. Als Vertriebsleiter ist er im ständigen Austausch mit 150 Heizungsbauern aus der Region. Wird saniert, ist oft der nachhaltige Brennstoff aus Sägespänen die erste Wahl, weiß Garthen. Der Biomassehof mit Sitz in Kempten bezieht seine Qualitätsware vom eigenen Pelletswerk in Asch bei Landsberg.
Dies garantiert, dass ausnahmslos naturbelassenes Sägerestholz aus dem Allgäu und aus Oberbayern für die Produktion verwendet werden. „Das heißt, für das Heizen mit Pellets stirbt kein zusätzlicher Baum. Die Sägespäne fallen als Abfallprodukt eines nachwachsenden, regionalen Rohstoffs sowieso an“, erklärt Garthen und geht auf weitere Vorteile ein: „Bei Pellets gibt es kaum Preisschwankungen und aufgrund ihrer hohen Roh- und Schüttdichte haben sie einen enormen Heizwert bei geringem Lagerraumbedarf.
Das ist ein klarer Pluspunkt gegenüber Holz. All das führt dazu, dass Pellets nicht nur für die private, sondern auch für die gewerbliche Nutzung äußerst attraktiv sind.“

Für einen bestmöglichen Heizwert werden die Sägespäne im Pelletswerk getrocknet und anschließend zusammengepresst. Beim Biomassehof können die zertifizierten Pellets lose oder als Sackware erworben werden.
Auch bei der Verpackung achtet das Unternehmen auf die Umwelt – statt Plastik werden Pflanzenölreststoffe zu einer stabilen Tüte verarbeitet.
Obwohl die Qualitätsware überdurchschnittlich formfest und staublos ist, muss jedes Pelletslager von Zeit zu Zeit gereinigt werden.
Ab Herbst verfügt der Biomassehof hierfür über ein Reinigungsgerät, um die Öfen auf Kundenwunsch von Staubresten zu befreien.

Einmalig in der Region
Der Biomassehof legt als einziger Händler im Allgäu großer Wert darauf, dass auch die
Warenanlieferung klimaneutral abgewickelt wird.
Über den ökologischen Einsatz von Pflanzenkohle in der hiesigen Landwirtschaft wird der CO2-Ausstoß der Lkws ausgeglichen. Hierzu arbeitet das Kemptener Unternehmen mit regionalen Klimalandwirten zusammen.
Doch bei der Lieferung, die im Umkreis von rund 120 Kilometern erfolgt, gibt es noch eine weitere Besonderheit.
Über die sogenannte Energiemitfahrzentrale (www.energiemitfahrzentrale.com) können Kunden online die gewünschte Pellets- Menge ordern und ihre Lieferadresse eintragen.


Das eigens für die Energiemitfahrzentrale entwickelte Computerprogramm schlägt daraufhin Liefertouren zu festen Terminen vor und gewährleistet eine 100-prozentig effiziente Auslastung der Lkws. Außerdem: je geringer die Entfernung zum vorherigen Kunden, desto niedriger der individuelle Pelletspreis.
Geringe Transportkosten werden automatisch als Preisnachlass vergütet. „Diesen Kundenservice bieten ausschließlich wir an. Die Nachfrage steigt kontinuierlich. Angefangen haben wir mit einem Lkw, inzwischen ist das siebte Fahrzeug bestellt“, erzählt Garthen.

Gewerbekunden profitieren ebenso vom eigenen Fuhrpark. „Wir garantieren eine schnelle und flexible Lieferung, damit die Produktion nicht stillsteht“, versichert der Vertriebsleiter.